„Herzlich willkommen in der Universitätskirchengemeinde“

Wer über die alte Lahnbrücke nach Marburg hineinkommt, sieht vor sich auf dem Felsen die Alte Universität mit der ehemaligen Dominikanerkirche liegen. Anfang des 14. Jahrhunderts erbaut, wurde sie auf den Namen Johannes des Täufers geweiht. Seit 1658 ist sie eine evangelische Kirche, in der Universitätsangehörige und die Kirchengemeinde Gottesdienst feiern.

Öffnungszeiten: Die Kirche ist täglich - außer montags - von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Moretele-Sonntag am 29. Januar

Der letzte Sonntag nach Epiphanias steht in den Kirchengemeinden Marburgs ganz im Zeichen unseres Partnerkirchenkreises Moretele in Südafrika. So wird auch in der Universitätskirchengemeinde gesammelt für die AIDS-Hilfe Moretele sowie für eine Tuba, die die Lutheran Church Brassband Mosetlha dringend benötigt.

Die Lutheran Church Brassband Mosetlha bei YouTube

Gottesdienste im Januar 2012

Universitätskirche

So 01.01. Neujahr 11.00 Uhr mit AbendmahlEibach
Do 05.01. 19.00 Uhr mit Abendmahl in Form der Ev. MesseEpiphaniasmesse mit besonderer Musik
Ökumenischer Gottesdienst
Rahbarnia/Zimmermann/Koch/Rustmeier
So 08.01. 1. nach Epiphanias 10.00 Uhr Huber
Do 12.01. 18.45 Uhr
19.00 Uhr
Orgelvesper
mit Abendmahl in Form der Ev. MesseKoch
So 15.01. 2. nach Epiphanias 10.00 Uhr mit AbendmahlUniversitätsgottesdienst mit besonderer Musik
Prof. Wagner-Rau
Do 19.01. 18.45 Uhr
19.00 Uhr
Orgelvesper
mit Abendmahl in Form der Ev. MesseProf. Hage
So 22.01. 3. nach Epiphanias 10.00 Uhr Eibach
Do 26.01. 18.45 Uhr
19.00 Uhr
Orgelvesper
mit Abendmahl in Form der Ev. MesseHuber
Sa 28.01. 15.45 Uhr Ökumenischer Vespergottesdienst
XIII. Marburger Ökumene-Gespräch
So 29.01 Letzter nach Epiphanias 10.00 Uhr Moretele-Sonntag
mit AbendmahlGeiger

Kapelle St. Jost

Sa 07.01. 17.00 Uhr mit AbendmahlHuber
Sa 14.01. 17.00 Uhr Niemann
Sa 21.01. 17.00 Uhr Rustmeier
Sa 28.01. 17.00 Uhr Geiger
mit Abendmahlmit Abendmahl
mit Abendmahl in Form der Ev. Messemit Abendmahl in Form der Ev. Messe
mit besonderer Musikmit besonderer Musik
Gender-Gottesdienst

Am Montag, dem 30. Januar lädt der Gender-Arbeitskreis der Theologischen Fakultät um 19.30 Uhr in zu einem Gottesdienst ein.

Thema: „Miteinander - Durcheinander“

Taufbrunnen in der Universitätskirche

Vielleicht haben sich manche Besucherinnen und Besucher der Universitätskirche in den letzten Wochen darüber gewundert, dass der Taufbrunnen plötzlich verschwunden ist. Er gehört unbedingt in das Gesamtbild des Altarbereichs auf der Nordseite des Chores. Dort bildet er ein Gegengewicht zur Kanzel, die die Südseite des Altarraumes prägt. Landgraf Wilhelm VI. hatte 1658 der reformierten Gemeinde bei der Wiedereinweihung der Kirche die Kanzel und ein Lesepult gestiftet.

Bei der grundlegenden Renovierung von 1927 wurde das Lesepult durch den Bildhauer Wilhelm Lemcke zu einem Taufbrunnen umgebaut. Er fertigte dazu eine Messingschale mit vier Delphinen an. Zusätzlich wurden Wasserleitungen mit Zu- und Abfluss über die Länge des Altarbereichs verlegt, so dass die Delphine fließendes Wasser speien konnten. Eine Besonderheit, die man wohl auf keinem anderen Taufbecken findet. Wer kann schon von sich behaupten, mit Wasser getauft worden zu sein, das durch die Münder von Delphinen geflossen ist? Später kam noch ein Wasserdurchlauferhitzer dazu, so dass Taufen mit fließend-warmen Wasser möglich wurden.

Niemand hat wohl dabei bedacht, dass die wertvolle Holzarbeit unter diesen Umständen Schaden nimmt. Außerdem sind die alten Wasserleitungen inzwischen undicht. Eine Neuverlegung wäre sehr aufwendig und sehr teuer. Durch die ständige Feuchtigkeit zeigten sich an dem Holzkorpus einige Risse, defekte Leimfugen, Amöbenbefall und Fäulnisbildung. Inzwischen ist die wertvolle Holzarbeit restauriert, muss aber zukünftig vor weiteren Feuchtigkeitsschäden gesichert werden. Es ist noch offen, wie wir trotzdem auch zukünftig Kinder in unserem Taufbrunnen taufen können.

Regelmäßige Veranstaltungen im Januar 2012

Philippshaus

Di 15.00 Uhr Krabbelgruppe (bis 3 Jahre)
und Kindergruppe (4-8 Jahre)
Di 18.00 Uhr Trauergruppe
(in der Regel am 1. und 3. Dienstag im Monat)
Kontakt: Silvia Möller, Tel. (06421) 913911
und Petra Styra, Tel. (06421) 36314
Mi 10.30 Uhr Gedächtnistrainingsgruppe
(am 2. Mittwoch im Monat)
Do 15.00 Uhr Offener Gemeindenachmittag:
26.01. „Reisebericht aus Moretele“
mit Jörg Rustmeier
Do 20.15 Uhr Kantorei
Fr 15.00 Uhr Gesprächskreis Friedrichstraße 20
(in der Regel am 3. Freitag im Monat)
Fr 19.30 Uhr Biblischer Gesprächskreis
(in der Regel am 1. Freitag im Monat)

Gemeindehaus Ost

Mo 20.00 Uhr Anonyme Alkoholiker I
Mi 18.30 Uhr Narcotics Anonymous
Do 15.00 Uhr Offener Gemeindenachmittag:
19.01. „Diavortrag über Kiew“
mit Klaus Koch
Fr 20.00 Uhr Anonyme Alkoholiker II

Universitätskirche

Do 18.45 Uhr Orgelvesper
(im Anschluss um 19.00 Uhr Ev. Messe)
Lichtmessfeier in der Elisabethkirche

Die Darstellung des Herrn im Tempel. Tafelgemäldes des Johann von der Leiten am Marienaltar der Elisabethkirche aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts (Foto: Bernhard Dietrich)

Der Weihnachtsfestkreis des Kirchenjahres schließt sich. Er findet seinen letzten Höhepunkt in der Darstellung des neugeborenen Kindes im Tempel, denn so schreibt es das Gesetz des Mose nach den Worten des Evangelisten Lukas vor: „Alle männliche Erstgeburt soll dem Herrn geheiligt sein.“ Zum Dank für das Geschenk des Kindes opfert man „ein paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.“ Simeon und Hanna, zwei unermüdliche Beter im Tempel, welche über die Erwartung des Messias alt geworden sind, erkennen sofort, wer das unscheinbare Kind ist, das da im Tempel zum Altar getragen wird. Sie preisen es als ein Licht, das die Heiden erleuchten wird. Seit alters her versteht sich die christliche Gemeinde als jenes Volk der Heiden, das durch das Christuslicht erleuchtet wird. Von daher stammt die gottesdienstliche Sitte, mit brennenden Lichtern durch die Räume der Kirche zu ziehen als Zeichen des Christuslichtes, das in den Herzen der Gläubigen wiederstrahlen soll. Und deshalb wird dieser besondere Gottesdienst, der zu diesem Fest der Darstellung des Herrn im Tempel gefeiert wird, auch „Lichtmess“ genannt.

Die Elisabethkirche als mittelalterliche Prozessionskirche mit ihren hohen Chören und weiten Schiffen bietet eine besondere Möglichkeit, diese festliche Prozession zu entfalten. So beginnt der Wortgottesdienst im Hauptschiff der Kirche vor dem Lettner mit Gesang, Lesungen, Gebeten und der Predigt, es folgt dann in der abgedunkelten Kirche die Lichterprozession, die im Hohen Chor mit der Feier des Heiligen Mahles am Hochaltar abschließt.

Zu dieser Feier, die nun schon seit über dreißig Jahren in Marburg Sitte ist, wird auch in diesem Jahr am 2. Februar um 18 Uhr eingeladen. Wer die Freude und Feierlichkeit des Weihnachtsfestes in sich und in der Gemeinschaft mit anderen nachklingen lassen möchte, ist herzlich eingeladen.

Friedrich Dickmann, Pfr. i. R.

Gabi Erne: „Verwandlungen zwischen Küche und Altar“

Gottesdienst / liturgy specific art und Ausstellungseröffnung

Zur Eröffnung der Ausstellung findet im Sonntagsgottesdienst am 5. Februar 2012, 10.00 Uhr in der Universitätskirche in der Reihe LITURGY SPECIFIC ART die Performance geben und nehmen mit Gabi Erne statt. Predigen wird Prof. Dr. Thomas Erne.

Anschließend eröffnen wir ab 11.30 Uhr die Ausstellung mit Bildern und Skulpturen von Gabi Erne in den Räumen des Instituts für Kirchenbau.

Sie und Ihre Freunde sind herzlich eingeladen!

„Hartes Brot und Götterspeise. Der Geschmack der Liturgie“

In der Gottesdienstreihe im Wintersemester haben wir uns gefragt: Wie riechen und schmecken Kyrie, Gloria und Credo? Wie entfalten sich Gebet und Segen am Gaumen? Welches Aroma hat die Feier des Abendmahls?

Zu zwei Gottesdiensten in der Predigtreihe laden wir im neuen Jahr ein:

15. Januar „Segnen“
Predigt: Prof. Dr. Ulrike Wagner-Rau
Musik: ESG-Chor, Leitung Stephanie Haas und Lea Chilian; Gerold Vorrath, Orgel

5. Februar „Mahl feiern“
Gabi Erne: Liturgy Specific Art, Predigt: Prof. Dr. Thomas Erne
Musik: Johannes Tanzer, Flöte; Gerold Vorrath, Orgel

Gottesdienste im Februar 2012

Universitätskirche

Do 02.02. 18.00 Uhr mit Abendmahl in Form der Ev. MesseLichtmessfeier
Dickmann/Koch/Rustmeier
So 05.02. Septuagesimae 10.00 Uhr Universitätsgottesdienst mit besonderer Musik
Prof. Erne
Do 09.02. 18.45 Uhr
19.00 Uhr
Orgelvesper
mit Abendmahl in Form der Ev. MesseEibach
So 12.02. Sexagesimae 10.00 Uhr mit AbendmahlHuber
Do 16.02. 18.45 Uhr
19.00 Uhr
Orgelvesper
mit Abendmahl in Form der Ev. MesseZimmermann
So 19.02. Estomihi 10.00 Uhr Prof. Martin
Do 23.02. 18.45 Uhr
19.00 Uhr
Orgelvesper
mit Abendmahl in Form der Ev. MesseRenner
So 26.02 Invokavit 10.00 Uhr mit AbendmahlEibach
Do 01.03. 18.45 Uhr
19.00 Uhr
Orgelvesper
mit Abendmahl in Form der Ev. MesseProf. Hage

Kapelle St. Jost

Sa 04.02. 17.00 Uhr mit AbendmahlEibach
Sa 11.02. 17.00 Uhr Huber
Sa 18.02. 17.00 Uhr Prof. Martin
Sa 25.02. 17.00 Uhr Eibach
mit Abendmahlmit Abendmahl
mit Abendmahl in Form der Ev. Messemit Abendmahl in Form der Ev. Messe
mit besonderer Musikmit besonderer Musik
„Leben aus deiner Hand“

Gedanken zum Sonntag Septuagesimae

„Wozu beten? Damit uns nichts selbstverständlich wird. Selbstverständlich ist nur das Nichts.“ So schreibt Kurt Marti im hohen Alter. Einer, der weiß, wovon er spricht. Er hat seine geliebte Lebenspartnerin verloren. Er nimmt den Abbau seiner geistigen und körperlichen Kräfte wahr. Er kennt den bitteren Gedanken, dass in dieser Welt für ihn nichts mehr bleibt, was noch lohnt zu bleiben.
Doch mitten in der Nacht entsteht die Sehnsucht nach den ersten Anzeichen der Morgenröte. Hilde Domin ermutigt: „Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten.“
Die Baumknospe am kahlen Ast, die hervorbrechenden Lichtstrahlen hinter den dunklen Wolken, das Lächeln in einem fremden Gesicht. Selbstverständlich ist das nicht. Die warme Berührung von einer Hand, die dir aufhilft. Das frische Brot, das dir jemand reicht. Ein Leben im Dialog mit dem Leben, das dich umgibt.
Beten muss ich nicht lernen. Ich schließe meine Augen, falte meine Hände oder strecke sie in den Himmel. Ich halte inne oder gehe durch eine Landschaft. Ich singe oder werde still und trete ein in einen Raum, der mir näher ist, als ich mir selbst jemals kommen kann.
Manchmal formuliere ich in Worten, was mich bewegt. Das kann ein einfacher Ruf sein: Hilf mir! Oder: Wie lange noch? Oftmals bitte ich: Steh meinem Nächsten bei, seltener: Sei auch bei dem, der mir ferne rückt. Hin und wieder danke ich für einen besonderen Augenblick.
Beten kann so einfach sein und fällt doch zeitweise so schwer. Wer nimmt wahr, was mich bewegt? Wird mein Anliegen überhaupt gehört? Fragen, die oft ohne Antwort bleiben.
Beten ist nicht selbstverständlich. Darum fragten die Jünger ihren Meister: Was sollen wir beten? Jesus antwortete: „Wenn ihr betet, dann sprecht: Vater unser im Himmel…“ Seine Worte verbinden Christinnen und Christen über Zeiten und Räume hinweg. Ich bin nicht mehr alleine und darf mich mit anderen Menschen zu Gott hinwenden so wie ein Kind bei der Mutter oder dem Vater Zuflucht sucht. Durch das Gebet Jesu können wir gemeinsam für das Wichtigste in unserem Leben bitten. Zuerst ist das tägliche Brot genannt. Um Zuwendung in direkter und umfassender Weise geht es dabei. Um ein Leben, das von dem ersten bis zum letzten Atemzug auch so genannt werden kann. Hinter dem täglichen Brot stecken Mühe und Arbeit und eine unfassbare Güte. Karl-Heinrich Bieritz sagt in einem Gedicht: „gnädig bist du dem acker / wirfst ihn um / scholle für scholle / trittst ihn mit füßen / gnädig bist du dem samen / mit vollen händen / gibst du ihn fort / läßt ihn der erde / der sonne dem regen / gnädig bist du der ernte / beugst dich über die halme / nimmst sie mit scharfem schnitt / raffst sie zusammen / trägst sie davon / schlägst sie und schlägst sie / zum brot / ja gnädig bist du uns allen.“
Ein merkwürdiges Bild: unser Leben wie ein Acker, der da liegt und aufgebrochen, umgepflügt, getreten wird. Dann wird der Samen ausgesät und der Sonne, dem Regen und dem Wind überlassen. Es braucht Zeit und Geduld, bis der Halm, schließlich die Ähre wächst, die später mit scharfem Schnitt geerntet und unter Schlägen zu Mehl verarbeitet wird. Und erst unter der Hitze des Feuers entsteht das Brot, das satt macht.
So wie das Brot erst durch den Prozess zu dem wird, was es ist, so ist es auch mit uns selbst.
Ein hoher und großzügiger Einsatz steckt dahinter. Mit Freuden und Bangen ist er verbunden, mit Lust und Leid, mit tatkräftigem Handeln und geduldigem Warten. Das wird niemals selbstverständlich sein. Genau so wenig wie der Freiraum, die eigene Schuld zu benennen und die Chance, einander zu vergeben und einen Neuanfang zu wagen.
Bei dir sind all unsere Tage gezählt. Das Geschehene kommt noch einmal in Erinnerung. Was mit uns wird, steht noch dahin.

Dietrich Hannes Eibach

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